Allgemeine
Informationen zum Thema Girokonto in Deutschland
Das
Girokonto zählt zu
den wichtigsten Kontenformen überhaupt in Deutschland, da mündigen
Bürgern ohne ein solches Konto die Teilnahme am gesellschaftlichen
Leben kaum möglich wäre. Denn über Girokonten laufen im Grunde genommen
alle finanziellen Transaktionen wie bspw. der Lohneingang oder die
monatliche Mietzahlung. Dies bedeutet, dass Personen keine Möglichkeit
haben einen regulären Job annehmen zu können, wenn sie nicht im Besitz
eines entsprechenden Girokontos sind. Zudem würde Personen ohne
Girokonto der Bezug einer fremden Mietwohnung sehr wahrscheinlich
verwehrt. Selbst die Bestreitung des allgemeinen Alltags wäre mit
immensen Schwierigkeiten verbunden, da ohne Girokonto keine
Bargeldverfügungen am Geldautomaten oder am Schalter möglich wären, um
bspw. Einkäufe des täglichen Bedarfs tätigen zu können.
Damit
in Deutschland niemand aufgrund eines fehlenden Girokontos an den Rand
der Gesellschaft gedrückt wird, hat der Zentrale Kreditausschuss (ZKA)
die Empfehlung ausgesprochen jedem in Deutschland lebenden Bürger die
Eröffnung eines Girokontos zu gewähren. Und tatsächlich kommen fast
alle Banken und Sparkassen in Deutschland dieser Empfehlung nach und
bieten zumindest jedem eine Grundversion von einem Girokonto. Verfügt
der Antragsteller über keine entsprechende Bonität wird das Girokonto
in der Regel ohne einen Dispo-Rahmen ausgestattet.
Antragsteller
mit entsprechender Bonität bekommen in der Regel automatisch einen
Dispo-Rahmen eingeräumt, der auf Wunsch des Kontoinhabers und je nach
Kreditinstitut bis zum dreifachen des monatlichen Gehalteingangs
betragen kann. Als Entscheidungsgrundlage dient hierbei in der Regel
die historische Zahlungsmoral des Kontoinhabers. Als Rahmenkredit sind
Dispo-Kredite aufgrund ihrer meist sehr ungünstigen Zinsstruktur – in
der Regel beträgt die Höhe des effektiven Jahreszinses mehr als 10 % -
im Grunde genommen lediglich geeignet, um kurzfristige
Liquiditätsengpässe überbrücken zu können.
Obwohl
das Girokonto also quasi als Grundlage einer jeden Existenz ein
notwendiges Instrumentarium darstellt, verlangen die meisten Banken und
Sparkassen Gebühren für die Führung des Girokontos. Es gibt jedoch auch
Ausnahmen: Vor allem Direktbanken setzen kostenlose Girokonten
als
Marketinginstrument, um neue Kunden gewinnen zu können. Da das
Geschäftsmodell der Direktbanken im Vergleich zu den klassischen
Filialbanken wesentlich kosteneffizienter daherkommt, können
Direktbanken die eingesparten Kosten an ihre Kunden bspw. in Form von
Gebührenfreiheit weitergeben. Im Gegenzug müssen Kunden von
Direktbanken auf Annehmlichkeiten wie einen persönlichen Bankberater
verzichten. Da die Direktbanken vor allem im Einlagen- und
Kreditgeschäft, den beiden Standbeinen der Retailbanken, eine starke
Konkurrenz darstellen, sind die meisten klassischen Filialbanken dazu
übergegangen die Kosten für das Betreiben des Filialnetzes in erster
Linie über Kontoführungsgebühren gegen zu finanzieren.
Um
auf der einen Seite von den besseren Konditionen der Direktbankenzu profitieren,
auf der anderen Seite aber gleichzeitig an der
Filialpräsenz und dem persönlichen Ansprechpartner innerhalb der Bank
partizipieren zu können, hat sich der Trend zum Zweitkonto entwickelt.
Während das Girokonto bei der klassischen Filialbank hierbei meist
weiterhin für den Alltag genutzt wird, werden Zweitkonten vor allem für
Reisen ins Ausland oder Ähnliches verwendet. Denn die Direktbanken
verzichten oftmals nicht nur auf die Erhebung von
Kontoführungsgebühren, sondern sie verlangen für ihre Kreditkarte in
einigen Fällen auch weder eine Jahres- noch eine Bargeldgebühr, so dass
sie im Ausland kostenlos Bargeld vom Automaten verfügen können.
Klassische Filialbanken verlangen hier meist Gebühren in Höhe von 20
Euro im Jahr und 3 % (mindestens jedoch 5 Euro) des verfügten Betrags.
Aus
den genannten Gründen sollten sich Verbraucher, die mit dem Gedanken
spielen ein Girokonto bei einem anderen Anbieter zu eröffnen, im
Vorfeld einer verbindlichen Vertragsunterzeichnung über die eigenen
Ansprüche (Filialpräsenz oder nicht) im Klaren werden und dann einen
entsprechenden Vergleich verschiedener Angebote durchführen.